Achtsame Berührungstherapie und Achtsamkeitspraxis bei Menschen mit mittelschwerer Depression

Eine kontrollierte interventionelle klinische Studie

Hier als Poster

Autoren:

Stötter, A.1,2), Mitsche. M.2), Endler, P C.2), Oleksy, P.3), Kamenschek, D.1), Mosgoeller, W.4) & Haring, C3,5).

1) Yoni Academy, Innsbruck, Österreich
2) Interuniversitäres Kolleg Graz / Schloss Seggau, Österreich
3) UMIT – Private Universität, Research Division for Mental Health, Hall in Tirol, Österreich
4) Institute of Cancer Research, KIM-1, Medizinische Universität Wien, Österreich
5) Psychiatrie u. Psychotherapie 1B, Landeskrankenhaus Hall in Tirol, Österreich

Publikation:

Mindfulness-Based Touch Therapy and Mindfulness Practice in Persons with Moderate Depression. International Journal for Body, Movement and Dance in Psychotherapy. London (2013).

 

Zusammenfassung

Ziel der Untersuchung war das Erforschen der Auswirkungen achtsamer Berührungstherapie als passive körpertherapeutische Intervention in Verbindung mit Achtsamkeitspraxis als aktive meditative Disziplin, auf Patienten mit mittelschweren rezidivierenden und episodischen Depressionen. Die untersuchte Methode versteht sich als mögliche begleitende Maßnahme zu Psychotherapie und  Psychopharmakologie.
Mittels der Hamilton Skala wurde vor und nach der Therapiephase der Depressionsgrad erhoben.  Dabei wurde eine hoch signifikante Verbesserung der depressiven Erkrankung beobachtet. Es zeigte sich eine generelle Verbesserung der depressiven Verstimmung, Reduktion von Schuldgefühlen, Abnahme von Suizidgedanken, Abnahme von Durchschlafstörungen, Zunahme der Motivation an Alltagstätigkeiten, Reduktion von Angstgefühlen sowohl auf der psychischen, als auch auf der somatischen Ebene, und Abnahme von allgemeinen somatischen Symptomen.
Die Ergebnisse zeigen dass die untersuchte Methode für Menschen mit Depressionen eine zusätzliche Hilfestellung zu den herkömmlichen Therapiemaßnahmen sein kann.

Achtsamkeit und Berührung als Therapieprinzip

Depressive Menschen leiden unter einem Mangel an Achtsamkeit. Laut Segal et al.(2002), haben Menschen die unter Depressionen leiden ein geringes Selbstwahrnehmungsvermögen, welches das Erkennen und Reflektieren destruktiver Regelkreise, von negativen Gedanken und Gefühlen, Angst, Anspannung, körperlichen Schmerzen, Erschöpfung und innerer Unruhe erschwert.
Weiter zeigen die Erkenntnisse der Bindungsforschung, dass ein Mangel an sicherer Bindung zwischen Eltern und Kind in der frühen Entwicklungsphase zur Entwicklung einer späteren Depression führen kann. Laut den Forschungen von  Montagu (1974)  besteht der früheste Bindungsdialog fast ausschließlich aus Berührungen. Demnach bauen die ersten emotionalen Bindungen des Kindes mit der Mutter auf körperlichem Kontakt auf, der das Fundament für die weitere emotionale und intellektuelle Entwicklung bildet.
Dies lässt den Schluss zu, dass ein Mangel an Achtsamkeit und ein Mangel an empathischer Berührung ein wesentlicher ursächlicher Faktor bei der Depression ist.  Ob nun der Einsatz von Achtsamkeitspraxis in Verbindung mit therapeutischer Berührung bzw. achtsamer Massage in der Therapie von  Menschen mit Depressionen hilfreich sein könnte, galt es in dieser Forschungsarbeit herauszufinden.

Achtsamkeit
Achtsamkeit als therapeutisches Prinzip ist von zunehmender Bedeutung (Ott 2010). Das Therapieprinzip „achtsame Haltung“ beinhaltet eine durch bewusste Lenkung der Aufmerksamkeit unmittelbare Präsenz (im gegenwärtigen Augenblick zu sein), ohne das Erlebte zu werten oder in irgendeiner Form zu beurteilen. Dabei werden innere und äußere Reize gleichermaßen bewusst wahrgenommen. Weiss beschreibt die bewusst gerichtete Aufmerksamkeit als Meta-Kognition (Weiss et al. 2010). Dabei ist der Praktizierende nicht dissoziiert, sondern beobachtend und teilhabend beteiligt. Bei der Meta-Kognition werden automatisierte Reaktionen weitgehend unterlassen (Kabat-Zinn 2006), es bedeutet aber auch „nicht identifiziert sein“ mit dem Objekt der Beobachtung (Disidentifikation). Die akzeptierende, nicht wertende Grundhaltung intensiviert die Erfahrungsintensität der zwischenmenschlichen Beziehungen um ein Vielfaches. Somit hat der Bewusstseinszustand der Achtsamkeit sowohl einen intrapersonellen Aspekt, als auch eine Bedeutung für die interpersonelle emotionale Kommunikation.

Berührung
Berührungsmethoden zählen zu den ältesten Heilmethoden und werden in allen Kulturen seit Jahrtausenden angewandt. Ihre therapeutische Heilwirkung ist seit Jahrhunderten belegt – genauso wie die Auswirkung des Mangels an Berührung.
Erkenntnisse aus Entwicklungspsychologie, Bindungs- und Säuglingsforschung weisen auf den prägenden Faktor der taktilen Berührung in der Mutter-Kind Beziehung während der ersten Lebensmonate hin. Demnach ist Berührung ein basales Grundbedürfnis des Menschen – gleich wie das Bedürfnis nach Licht, Schlaf, Essen/Trinken und nach Anerkennung und Liebe.
Somit bekommt das Kind die ersten prägenden Informationen vorwiegend über den Berührungsreiz. Bleibt dieses basale Berührungsbedürfnis unbefriedigt, entwickelt der Säugling extreme Ängste, die zu ernsthaften Störungen der grundlegenden physiologischen Prozesse des Körpers und zu einer eingeschränkten Persönlichkeitsentwicklung führt (Montagu 1974).

Forschungsstand

in Neurobiologie, Entwicklungspsychologie und Bindungsforschung

  • Seit dem Jahr 2000 sind rund 1400 wissenschaftliche Publikationen zum Thema Achtsamkeit erschienen (Ott 2010).
  • Achtsamkeit beeinflusst die Neuroplastizität des Gehirns (J.M. Schwartz at al. 2002)
  • Bildgebende Verfahren (PET, fMRT) zeigen eine vermehrte Aktivität des linken präfrontalen Kortex, der zuständig für eine positive Grundstimmung, erhöhte Aufmerksamkeit und Emotionsregulation ist, sowohl bei Menschen mit Achtsamkeitspraxis, als auch bei sicher gebundenen Babys (Davidson 1989, 2001).
  • Achtsamkeit und das Erleben einer empathischen Mutter-Kind-Beziehung aktivieren dieselben neuronalen Schaltkreise des Gehirns (Siegel 2007)
  • Laut Siegel aktiviert Achtsamkeit den mittleren präfrontalen Kortex, der zuständig für  erhöhte Aufmerksamkeit, Emotionsregulation, Einfühlung in andere Menschen, Einsicht, Angst-Hemmung, Reaktionsflexibilität und Steuerung des sozialen Verhaltens ist (Siegel 2007).
  • Die Forschungen von Kabat-Zinn (2003) zeigen folgende Wirkungen der Achtsamkeitspraxis: anhaltende Verminderung von körperlichen und psychischen Symptomen, bessere Bewältigung von Stress-Situationen, erhöhte Fähigkeit sich zu entspannen, wachsendes Selbstvertrauen und verbesserte Selbstakzeptanz und mehr Energie und Lebensfreude.
  • Achtsamkeit ist der Schlüssel zur sensomotorischen Verarbeitung von Traumen (Odgen u. MIinton 2006).
  • Ma & Teasdale (2004), Teasdale et al. (2000), Segal et al. (2002) und Williams et al. (2012) zeigen in Ihren Arbeiten die positive Resultate von auf Achtsamkeit basierenden kognitiver Therapie zur Rückfallprävention bei Depression.
  • Die positive Wirkung der Achtsamkeitspraxis in Zusammenhang mit Depression und anderen psychischen Erkrankungen, Stresssyndromen, Traumata, Suchterkrankungen etc. sind gut belegt. (Segal 2000, 2002, Ma & Teasdale 2004, Bondolfi et al. 2010, Michalak et al. 2008, Brittany et al. 2011, Splevins et al. 2009, Evans et al. 2007, Williams et al.2012)
  • Der Tastsinn wird als „Mutter der Sinnesorgane“ bezeichnet, weil er sich in der Evolution  als erster Sinn entwickelt hat (Field 2001)
  • In der embryonalen Entwicklung gehen Haut und Nervensystem aus demselben Keimblatt hervor, dem Ektoderm. Dabei entsteht das Zentralnervensystem als innerer Teil der Haut des Embryos. Man könnte somit die Haut als exponierter Teil des Nervensystems oder externes Nervensystem betrachten (Montagu 1974).
  • Laut Meaney entwickeln sich beim gründlichen mütterlichen Lecken und Putzen bei Rattenbabys die Gehirnbereiche, die auch für die Verarbeitung von positiven Erfahrungen zuständig sind. Mütterliche Fürsorge beeinflusst somit die Entwicklung des Gehirns (Meaney 2004).
  • Ainsworth weist durch ihre zahlreichen Forschungsarbeiten zur Bindungstheorie insbesondere auf den liebevollen Körperkontakt zwischen Mutter und Kind hin (Siegel 1999).
  • Die Qualität der taktilen Berührung unmittelbar nach der Geburt und in den ersten Lebensmonaten wird als entscheidend für die Entwicklung und den Aufbau gesunder Beziehungen angesehen (Montagu 1974, Field 2003, Bystrova et al. 2009, Cullen-Powell et al. 2005, Haxton et al. 2012, Vincent 2011).
  • Eine Studie von Marcher et al. (2006) untersuchte an  437 Menschen die therapeutische Wirkung von Berührung und fand: „Berührung ist eine hochwirksame Methode zur Verringerung von Angst und zur Schaffung eines Empfinden von Behagen und Vertrauen.“
  • Eine von Koemeda-Lutz et al. durchgeführte Multizenterstudie zur Wirksamkeit von Köperpsychotherapien zeigen den nennenswerten Beitrag den Berührungsinterventionen zur Versorgung von an psychisch erkrankten Menschen leisten können (Koemeda-Lutz et al. 2006).
  • Groddeck, Ferenczi, Reich, Lowen, Rank, Balint, Boyesen, Keleman und andere setzten die therapeutische  Berührungsarbeit in der Psychotherapie und Psychoanalyse ein (Busch in Marlock & Weiss, 2006).
  • Eine Studie zur so genannten slow stroke-Massage belegt zudem die Wirksamkeit von achtsamer Massage in der Behandlung von depressiven Menschen (Müller-Oerlinghausen et al. 2007).
  • Die Forschungsarbeiten am Touch Research Institute an der Universität in Miami/USA zeigen eine positive Wirkung von therapeutischer Berührung bei Depression (Field et al.1997).
  • Die Metaanalyse von Hou et al. (2010) bestätigt das klinische Potential von therapeutischer Berührungsintervention bzw. Massage bei depressiven Menschen.

Synergien von Berührung und Achtsamkeit

Die Erkenntnisse über die positive therapeutische Wirkung einer Achtsamkeitspraxis und achtsamer Berührungsinterventionen auf die Stimmung und Wohlbefinden des Menschen und insbesondere auf Menschen mit Depressionen, deuten auf einen möglichen Synergieeffekt in der Kombination der beiden Ansätze hin.
Die hierarchischen neuronale Informationsverarbeitung (Odgen 2010), die die kognitive, emotionale und sensomotorische Verarbeitungsweise beschreibt, dient hierfür als sinnvoller Ausgangspunkt.
Danach wird Berührung sensomotorisch verarbeitet d.h. der Berührungsreiz beginnt mit einer unmittelbaren sensomotorischen Körperempfindung, die daraufhin als Emotion erlebt und in der Folge kognitiv interpretiert  wird; der Informationsweg führt vom Körper über Emotionen zur Kognition und hierarchisch bzw. kortikal gesehen von unten nach oben (butom up).
Achtsamkeit wird kognitiv verarbeitet  d.h. achtsame Wahrnehmung beginnt als bewusste Kognition, wird zum Gefühl und endet als körperliches Erleben; der Informationsweg führt durch  Kognition über Emotionen zum Körper, also von oben nach unten (top down).
Achtsamkeitspraxis in Kombination mit achtsamen Berührungsinterventionen setzen somit an beiden Enden der hierarchischen Informationsverarbeitung an und integrieren unmittelbare Körpererfahrung mit achtsamer Selbstwahrnehmung.

Arbeitshypothesen

Wenn Achtsamkeitspraxis, als meditative Disziplin und achtsame Berührungsinterventionen, als körpertherapeutische Intervention an beiden Enden der neuronalen Informationsleitung und -verarbeitung ansetzen, könnte die Verbindung dieser therapeutischen Ansätze eine synergistische Wirkverstärkung bewirken und einem ganzheitlich integrativen Therapieansatz gerecht werden.
Sie könnte eine zusätzliche Hilfe für Betroffene sein und begleitend zu anderen Therapien eingesetzt werden.

Forschungsfrage

Kann Achtsamkeitspraxis in Verbindung mit achtsamer Berührungstherapie die Symptomatik von Menschen mit Depressionen positiv beeinflussen oder nicht?

Forschungs-Methodik

Das Studiendesign war randomisiert. Der Einschluss von 28 Patienten erfolgte im Psychiatrischen Krankenhauses Hall in Tirol. In die Studie aufgenommen wurden Patienten mit mittelschweren Depressionen (ICD-10). 14 Patienten waren in der Versuchsgruppe (VG) und 14 Personen in der Kontrollgruppe (KG). Die Patienten beider Gruppen erhielten eine medikamentöse Therapie mit Psychopharmaka.
Die VG erhielt neben der medikamentösen Therapie 16 Sitzungen in achtsamer Berührungstherapie. Die KG erhielt nur die medikamentöse Therapie.
Nach Einschluss wurden der Schwergrad der Depression mittels Hamilton Skala (ein standardisiertes Experteninterview) ermittelt (Erhebungszeitpunkt „vor“).
Um die Daten aus der VG und der KG direkt vergleichen zu können, wurde nach 8 Wochen bei beiden Gruppen der Schweregrad der Depression nochmals erhoben (Erhebungszeitpunkt „nach“).

Resultate

In der Versuchsgruppe (VG) haben sich von den insgesamt 238 erhobenen Testfragen bzw. Items (100%) 123 Items gebessert (51,7%), 4 verschlechtert (1,7%), 111 (46,6%) blieben unverändert.
In der Kontrollgruppe (KG) wurden bei den 238 Item-Bewertungen (100%)
17 Verbesserungen (7,3%) und 9 Verschlechterungen (3,8%) beobachtet. Die große Mehrheit (212, d.h. 89,1%) blieb unverändert. Der Unterschied des Verhältnisses Verbesserung/Verbesserung zwischen VG und KG war hochsignifikant (p<0.001) zugunsten der VG.

Gruppenvergleich vor der Therapie und nach der Therapie nach 8 Wochen.
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diagramm01

diagramm02

Vergleicht man die Besserungsrate in den beiden Gruppen pro spezifisches Item, so haben in der VG von den 17 Items 15 besser abgeschnitten, bei acht Items war das Ergebnis hochsignifikant.

Detailierung zu den Items der Hamilton Skala, Absolutwerte.
vor = Erhebungszeitpunkt 1;  nach = Erhebungszeitpunkt 2 nach 8 Wochen.

Item

Bezeichnung

VG

KG

   

vor

nach

vor

nach

   

Mittel± Stabw

Mittel± Stabw

Mittel± Stabw

Mittel± Stabw

1

Depressive Stimmung

3,0±0,68

0,9±1,29

3,1±0,27

3,1±0,27

2

Schuldgefühle

1,6±0,94

0,7±0,73

0,9±0,83

0,9±0,83

3

Suizidalität

1,1±0,53

0,2±0,58

1,6±1,16

1,6±1,16

4

Einschlafstörungen

1,1±0,83

0,6±0,76

1,1±0,95

1,3±0,91

5

Durchschlafstörungen

1,2±0,70

0,4±0,65

1,2±0,97

1,3±0,91

6

Terminale Schlafstörungen

0,8±0,80

0,4±0,63

0,8±0,89

0,5±0,76

7

Arbeit und Interesse

2,4±1,01

0,9±1,27

3,3±0,91

3,2±1,05

8

Verlangsamung

0,9±0,92

0,5±0,85

0,3±0,61

0,2±0,58

9

Unruhe /Agitiertheit

0,6±0,63

0,2±0,58

1,1±0,66

1,2±0,89

10

Angst (Psychische Symptome)

2,6±0,65

0,9±0,62

2,9±1,07

3,0±1,04

11

Angst (Somatische Symptome)

1,5±0,94

0,4±0,51

2,0±1,36

1,9±1,29

12

Gastrointestinale Symptome

0,5±0,76

0,2±0,43

1,5±1,16

1,5±1,16

13

Allg. somatische Symptome

1,4±0,63

0,4±0,65

1,9±0,36

1,8±0,58

14

Libidoverlust

0,9±0,95

0,2±0,58

1,1±0,83

1,0±0,88

15

Hypochondrie

0,2±0,58

0,1±0,27

1,4±1,08

1,2±1,12

16

Mangel an Krankheitseinsicht

0,6±0,76

0,1±0,36

0,8±1,05

0,6±0,85

17

Gewichtsverlust

0,0±0,00

0,0±0,00

0,3±0,73

0,1±0,53

Conclusio

Die Studie zeigt, dass der cirulus vitiosus von körperlich/sensomotorischen Reaktionen (butom up) und mental/kognitiven (top down) Reaktionen bei Depressiven durchbrochen werden kann und dass die Integration beider Therapieaasätze auf  eine synergistische Wirkverstärkung hindeutet.
Diese als neu erlebte Erfahrung in der Therapie kann somit beim Depressiven als sogenannte  „korrigierende emotionale Erfahrung“  codiert werden.
Dies lässt den Schluss zu, dass achtsame Berührungstherapie den frühkindlich erlebten Berührungsmangel, der im impliziten Gedächtnis bzw. im Körpergedächtnis gespeichert ist, „überschreiben“ kann und einen wirkungsvollen Weg aus der Depression aufzeigt.

Ausblick

Ob die Verbesserungen ganz oder zum Teil durch die spezifische Methode oder die unspezifische Zuwendung der Therapeuten erreicht wurden, lässt sich durch weitere Studien mit verändertem Design klären, wo z. B. die Achtsame Berührungstherapie mit Gesprächstherapie verglichen wird. Zur Untersuchung der physiologischen Hintergründe wären Untersuchungen biologischer Parameter wie Kortisol- oder Oxytocinstatus interessant.
Unabhängig von den zugrundliegenden physiologischen Mechanismen rechtfertigen unsere Beobachtungen die Empfehlung „Achtsame Berührungstherapie in Kombination mit Achtsamkeitspraxis“, besonders unter kontrollierten (Studien)-Bedingungen einzusetzen. Gegebenenfalls wäre zu beobachten und zu dokumentieren, ob antidepressive Medikation, Krankenstandstage, oder Hospitalisierungen reduziert werden.

Literatur

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  26. Weiss, H., Harrer, M.E., & Dietz, T. (2010). Das Achtsamkeitsbuch. Stuttgart: Klett Cotta

Korrespondenz an:

Andreas Stötter MSc.
Yoni Academy
Andreas Hofer Str. 40
A-6020 Innsbruck, Österreich
e-mail: as@yoni-academy.com

 

Neue klinische Studie

 

 

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